Forschungsseminar zu Kulturtransfer beginnt am 25. September

Das transnationale Seminar widmet sich der Erforschung von Kulturtransfers ganz unterschiedlicher Regionen mit dem deutschsprachigen Raum, aber auch weit darüber hinaus. Dabei wird das Verhältnis von Kulturtransferforschung, transnationaler Geschichte und transregionalen Studien an Beispielen aus der Forschungspraxis der Referentinnen und Referenten diskutiert.

Die Sitzungen finden monatlich statt (zehn Sitzungen im Laufe des akademischen Jahres zwischen September 2020 und Juni 2021). Sie stehen Studierenden aller MA-Programme des GESI sowie interessierten Forscherinnen und Forschern offen. Das Seminar wird vollständig online organisiert, was eine deutliche Steigerung der Teilnahme auch von anderen Orten als Paris und Leipzig aus ermöglichen soll und den Besonderheiten der Situation unter Corona-Bedingungen Rechnung trägt.

Das Seminar basiert auf der langjährigen Zusammenarbeit zwischen dem Frankreichzentrum und dem Research Centre Global Dynamics (ReCentGlobe) an der Universität Leipzig und der École normale supérieure (Paris, UMR Pays germaniques-transferts culturels), deren Partnerschaft seit Anfang der Neunzigerjahre eine ganze Reihe von gemeinsamen Publikationen und Veranstaltungen inspiriert hat.

Den roten Faden der verschiedenen Sitzungen bildet die Frage nach den Vektoren, die die unterschiedlichen Verschiebungen intellektueller Inhalte in Raum und Zeit erklären und fördern, sowie nach den Resemantisierungen, die notwendigerweise mit diesen Verschiebungen einhergehen. Die behandelten Themen sind bewusst vielfältig, um Kontakte zwischen den Disziplinen und methodische Diskussionen zu begünstigen. Ein verbindendes Thema werden die Geschichte und die Erkenntnistheorie der Humanwissenschaften bilden. So bieten sich die transnationale Geschichte des Osmanischen Reiches um 1900, die Geschichte der chinesischen diplomatischen Präsenz in Europa Ende des 19. Jahrhunderts und die Interkulturalität in der griechischen Geschichte für den Vergleich an, in dem ein Schwerpunkt auf Fragen der Verräumlichung in historiographischen Konstruktionen liegen.

Thema der ersten Sitzung am 25. September (10–12 Uhr) sind Kulturtransfers im Osmanischen Reich und in der heutigen Türkei. Meriç Tanik und Marc Toutant (beide Paris) geben dazu jeweils einen Einblick in ihre aktuellen Forschungsprojekte.

Weitere Informationen sind auf der Webseite des Seminars zu finden.