DIE AFRIKANISCHE RENAISSANCE – Einladung zu einer Podiumsveranstaltung

Herzliche Einladung zur Podiumsveranstaltung, die im Rahmen der Weimarer Rendez-vous mit der Geschichte stattfindet.

15 Uhr | Stadtmuseum Weimar

DIE AFRIKANISCHE RENAISSANCE

Prof. Dr. Ulf Engel (Leipzig), Prof. Dr. Henning Melber (Uppsala)
Moderation: Prof. Dr. Matthias Middell (Leipzig)

Thabo Mbeki, der ehemalige Vizepräsident Südafrikas, belebte am 9. April 1998 in einer Rede über das heutige Afrika das Nachdenken über eine afrikanische Renaissance wie folgt: Die Überzeugung, dass unsere Vergangenheit uns sagt, dass die Zeit der afrikanischen Renaissance gekommen ist, ist wesentlich für das Konzept dieser Renaissance… Wenn wir auf die Frage Wer waren wir? keine Antwort finden, werden wir die Frage Was wollen wir sein? auch nicht beantworten können.
Die Frage, wie sich die reiche und stolze Geschichte des afrikanischen Kontinents mit den Herausforderungen der Zukunft verbinden ließe, wurde von Mbeki unmittelbar in eine entwicklungspolitische Agenda übersetzt: Wir versuchen, die Botschaft zu vermitteln, dass die afrikanische Unterentwicklung alle auf der Welt etwas angeht, dass der Sieg der afrikanischen Renaissance nicht nur von den Verbesserungen der Lebenssituation der afrikanischen Bevölkerung, sondern auch von einem erweiterten Blick auf die Würde eines jeden Menschen abhängt.
Vor diesem Hintergrund wurden rasch verschiedene Projekte zu einer New African Initiative zusammengeführt, die die Staats- und Regierungschefs Afrikas im Juli 2001 als zentrale Zukunftsaufgabe angenommen haben. Hieraus ist im Oktober 2001 The New Partnership for Africa’s Development geworden – ein Entwicklungspakt zwischen den Staaten Afrika und den G8: Im Gegenzug zu verlässlichen Transfers von Mitteln der Entwicklungszusammenarbeit (jährlich USD 50 Mrd. für den Zeitraum 2001-2015), sollten Demokratie und gute Regierungsführung in den (inzwischen 38) Unterzeichnerstaaten Afrikas garantiert werden. Mit der African Charter on Democracy, Elections and Governance, die 2007 von allen AU-Mitgliedsstaaten verabschiedet worden und 2012 in Kraft getreten ist, wurden die Ziele der African Renaissance-Politik in eine Agenda für alle Mitgliedstaaten der AU übersetzt.
Die Veranstaltung diskutiert die Entwicklung der Debatte um die African Renaissance und zieht eine Bilanz der Umsetzung entwicklungspolitischer Ziele in Afrika.