Transnationale Geschichte der Französischen Revolution

Die Geschichte der Französischen Revolution zieht seit vielen Jahrzehnten das Interesse der Forschung auf sich. Nachdem lange Zeit die Ereignisse in Frankreich selbst und ihr europäisches Echo im Vordergrund standen, hat sich seit den 1990er Jahren das Interesse auf den Platz der Revolution in einer Globalgeschichte des Übergangs vom 18. zum 19. Jahrhundert  verschoben. Damit wurden Ideen einer Atlantischen Revolution, wie sie schon einmal von Robert Palmer und Jacques Godechot in den 1950er Jahren erörtert wurden, wieder interessant, aber auch der Zusammenhang zwischen der Revolution im Hexagon und in den weit entfernten Antillen findet vermehrt Aufmerksamkeit, zunächst besonders in den USA, inzwischen aber auch mehr und mehr an Frankreichs Universitäten.

Die Gewichte der internationalen Forschung haben sich mit einer solch transnationalen Orientierung verschoben, wie sich auch an den Tagungen der Internationalen Kommission für die Geschichte der Französischen Revolution ablesen lässt, die im Rahmen der aller fünf Jahre stattfindenden Kongresse der Weltorganisation der Historiker organisiert werden. Das von Alan Forrest (University of York und Präsident der Kommission) und Matthias Middell (Universität Leipzig, Generalsekretär der Kommission) geleitete Projekt zielt auf eine Bestandsaufnahme dieser neuen Forschungstrends. Nach einem Auftaktkolloquium in Amsterdam (August 2010) wurde mit dem Verlag Routledge eine Vereinbarung für ein Handbook oft he Transnational History of the French Revolution geschlossen, das Anfang 2015 erscheinen soll. Ein Treffen der Autorinnen und Autoren ist mit einem Kolloquium am Musée de la Révolution Francaise im französischen Vizille verbunden.

Die Vorstellung des Buches wird im Rahmen des Internationalen Historikerkongresses in Jinan im August 2015 stattfinden, der eines seiner sechs zentralen Themen der Problematik der „Revolution in einer globalgeschichtlichen Perspektive“ widmet.